![]() Von Siemens bezahlt: FDP-Bildungsexpertin Ulrike Flach (Foto: ddp) |
Gehälteraffäre SPD Wulff verlangt Aufklärung
Übersetzergehalt von Siemens
Flach ist seit 1998 Bundestagsabgeordnete. Sie gab an, während ihrer Zeit im
Bundestag vom Siemens-Konzern ein Gehalt als Übersetzerin erhalten zu haben.
Der Vertrag werde aber ab Anfang 2005 ruhen. Ihr jährliches Bruttoeinkommen
bezifferte Flach auf 60.000 bis 62.000 Euro. Sie habe ihre Arbeit für Siemens
zu Hause erledigt, sagte die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung
und Forschung. Flach bestätigte mit ihren Angaben einen Bericht des
Nachrichtenmagazins "Spiegel".
Betriebsrat ohne spezielles Aufgabengebiet
Auch der niedersächsische SPD-Abgeordnete Hans-Jürgen Uhl hat Nebeneinkünfte
eingestanden. "Ich beziehe ein monatliches Gehalt", sagte er dem
"Spiegel". Dem Magazin zufolge ist er seit seinem Einzug in den
Bundestag im Jahr 2002 bei VW als bezahlter Betriebsrat tätig. Im Betriebsrat
sei ihm kein spezieller Aufgabenbereich zugeordnet.
Viereck und Wendhausen drohen Rückzahlungen
Vor Uhl hatten bereits Viereck und Wendhausen eingeräumt, auf der Gehaltliste
von Volkswagen zu stehen. Ihnen drohen nun Rückforderungen von mehr als 100.000
Euro. "Wir sind verpflichtet, verbotene Zuwendungen zurückzufordern",
sagte der Präsident des niedersächsischen Landtags, Jürgen Gansäuer, dem
Magazin "Focus". Es bestünden Zweifel, "ob die VW-Gehälter den
tatsächlichen Tätigkeiten der Abgeordneten entsprechen".
Widersprüchliche Angaben
Nach Angaben des Magazins erhielten Viereck und Wendhausen neben ihren
Abgeordneten-Diäten in Höhe von 5403 Euro monatlich 3000 Euro von der
Volkswagen AG in Wolfsburg. Viereck hatte angegeben, als "Berater bei der
Positionierung in der lokalen Sportförderung" des deutschen
Autoherstellers beschäftigt zu sein. Dem hatte der im Konzern bis Mitte 2004 für
Sportförderung zuständige Manager Ekkehard Wesner in der "Bild"-Zeitung
vom Donnerstag widersprochen. "Herr Viereck ist mir als sportpolitischer
Berater von VW nicht bekannt", sagte Wesner.
Über RWE gestolpert