![]() Bert Rürup und Roman Herzog (Foto: ddp) |
Kanzler will "große nationale Kraftanstrengung"
Schmidt: Rürup hat den besseren Job gemacht
Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) und SPD-Generalsekretär Olaf Scholz
wiesen die Herzog-Vorschläge indes als unausgegoren und finanziell unsolide zurück.
Regierung und Rürup-Kommission hätten ihre Reformarbeit besser erledigt als
die Herzog-Kommission, erklärte Schmidt. Nach den Worten von Scholz stellt das
Konzept "alles andere als eine brauchbare Orientierung für die Zukunft der
sozialen Sicherungssysteme dar".
Herzog fordert radikalen Systemwechsel
Herzog hatte zuvor den Bericht der von ihm geleiteten CDU-Kommission zur
Reform der Sozialsysteme vorgelegt. Danach soll mit einem radikalen
Systemwechsel bei Kranken- und Pflegekassen, einem höheren Rentenalter sowie
mehr Privatvorsorge der Kollaps der Sozialversicherung verhindert werden.
"Die Systeme fliegen uns um die Ohren, wenn nicht gegengesteuert
wird." Die Sozialversicherung stehe wirklich auf der Kippe. Ohne
Gegensteuern würden die Beiträge für die Sozialsysteme bis zum Jahr 2050 auf
61 Prozent der Bruttolöhne ansteigen, rechnete der Alt-Bundespräsident vor.
Krankenkassenbeiträge unabhängig vom Lohn
In dem Herzog-Modell werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
von den Löhnen entkoppelt. Jeder Versicherte zahlt dann monatlich einen
Pauschalbeitrag von 264 Euro - egal ob Krankenpfleger oder leitende Angestellte.
Herzog benennt offene Flanke
Renteneintrittsalter erhöhen
Außerdem will die Herzog-Kommission, dass künftige Rentner nicht schon mit 65,
sondern erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen. Abschlagsfrei Rente beziehen
nur Arbeitnehmer, die 45 Beitragsjahre nachweisen können und das 63. Lebensjahr
erreicht haben.
| dpa/rtr |