/ Junge Welt 27.1.09
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Jobkiller des Tages: US-Konzerne
Barack Obama ist noch keine Woche US-Präsident, da kommen neue Horrorzahlen
aus den Vereinigten Staaten. Der massive Stellenabbau geht auch unter dem
demokratischen Nachfolger des Republikaners George W. Bush munter weiter. Das
»Jahrhundertereignis« des ersten schwarzen Präsidenten beeindruckt die
Konzernzentralen nur mäßig. Allein am Montag kündigten mehrere Großunternehmen
die Streichung von Zehntausenden Arbeitsplätzen an. Sprint Nextel,
drittgrößter Mobilfunkanbieter im Land der Freien und Gleichen, feuert bis
Ende März rund 8000 Mitarbeiter. Die Baumarktkette Home Depot setzt angesichts
der Rezession 7000 Beschäftigte auf die Straße.
Auch andere Großunternehmen haben die von Obama ausgegebene Parole, angesichts
der Krise müßten alle mit anpacken und die Ärmel hochkrempeln, auf ihre Weise
interpretiert: Softwaregigant Microsoft hat angekündigt, angesichts fallender
Profite bis zu 5000 Jobs zu vernichten. Sun Microsystems will im Laufe des
Jahres bis zu 6000 Stellen streichen, AT&T gleich 12000. Und auch die Deutsche
Post langt in den USA zu: Fast 15000 Beschäftigte werden in die
Arbeitslosigkeit gedrängt. Pharmagigant Pfizer will für 68 Milliarden Dollar
den Konkurrenten Wyeth übernehmen, plant aber gleichzeitig auch den Abbau von
etwa 8000 Stellen.
Laut AP schlagen auch die mit Milliarden geretteten Banken kahlschlagmäßig zu:
»53000 Jobs sind es bei der Citigroup, 9200 bei der von JPMorgan Chase
übernommenen Washington Mutual, und bei der Bank of America stehen wegen der
Konjunkturkrise und der Übernahme des angeschlagenen Geldhauses Merrill Lynch
35000 Stellen auf der Kippe«, meldete die US-Agentur am Montag.
In Obamas erster Amtswoche war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosengeld
in den USA auf 589000 gestiegen, nach 527000 in der Vorwoche. Damit lag die
Zahl der Erstanträge so hoch wie seit November 1982 nicht mehr.
(rg)