Wiesbaden · 3. Januar · wal · Zum ersten Mal seit 2001 ist im vergangenen
Jahr die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr
gestiegen. Begünstigt wurde die Entwicklung durch die neuen Instrumente am
Arbeitsmarkt (Ich-AG und Minijobs), teilt das Statistische Bundesamt nach vorläufigen
Berechnungen mit. Sie sind eine Folge der so genannten Hartz-Gesetze.
Im Durchschnitt des vergangenen Jahres waren rund 38,4 Millionen Menschen
erwerbstätig - 0,3 Prozent mehr als 2003. Die Zahl der abhängig Beschäftigten
blieb dabei gegenüber 2003 nahezu konstant. Es wuchs die Zahl der Selbstständigen
um 3,3 Prozent auf 4,3 Millionen. Damit hat mehr als jeder zehnte Berufstätige
(11,2 Prozent) inzwischen keinen Chef mehr.
Bei der Analyse der einzelnen Branchen registrierten die amtlichen Statistiker
in der Industrie (ohne Bau) einen fortgesetzten - wenn auch abgeschwächten -
Personalabbau. Auch der in der Land- und Forstwirtschaft fiel der Anteil der
dort Beschäftigten. Eine sinkende Quote registrierten die Wiesbadener
Experten ebenfalls im Baugewerbe.
Dem stand ein Beschäftigungsgewinn in den Berufen des Dienstleistungssektors
gegenüber. Im Handel, im Gastgewerbe und im Verkehr waren 2004 mehr Menschen
beschäftigt als im Vorjahr. Mittlerweile arbeiten mehr als zwei Drittel in
den Service-Branchen. Vor 13 Jahren waren es erst gut 59 Prozent.
Hier spielt nach Ansicht der Wiesbadener Experten eine Rolle, dass besonders
viele der neuen Ich-AG, Mini- oder Zusatzjobs auf den Dienstleistungssektor
entfielen. Diese Instrumente sind Folgen der Arbeitsmarktreformen durch die
Hartz-Gesetze I und II sowie die im Herbst gestartete Initiative Arbeitsmarkt
im Aufbruch - im Vorgriff auf das Inkrafttreten von Hartz IV zu Beginn des
Jahres.