Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen hat für die geplante
Gesundheitsreform ein Streichpaket vorgeschlagen. Bis zu 30 Milliarden Euro könnten
so eingespart werden. Die "Gesundheitsweisen", die im Auftrag der
Regierung alle zwei Jahre ein Gutachten vorlegen, übergaben Sozialministerin
Ulla Schmidt (SPD) ein entsprechendes Konzept.
Von der Extra-Unfallversicherung bis zur Praxisgebühr
Die Liste ist lang: So sollen Kassenversicherte Unfälle und schrittweise auch
Zahnersatz privat absichern müssen. Die Selbstbeteiligung soll erhöht und auf
den Arztbesuch ausgeweitet werden. Zudem sollen Versicherte künftig nicht nur
auf ihr Arbeitseinkommen, sondern auch auf Miet- und Zinserträge
Krankenkassen-Beiträge zahlen. Auch regen die Sachverständigen eine
"Praxisgebühr" an. Allerdings soll es Härtefallklauseln geben.
Wer zahlt Versicherung für Kinder?
Auch bei der Familien-Versicherung soll es Änderungen geben: Die Experten
wollen die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten einschränken. Der Rat
schlägt vor, Eltern im Erziehungsurlaub aus der Familien-Versicherung
herauszunehmen. Auch Kinder sollen nicht mehr automatisch mit versichert sein.
Der Staat könnte künftig die Versicherung von Kindern finanzieren.
Steuern statt Kassenbeiträgen
Zudem könnten so genannte versicherungsfremde Leistungen aus dem Solidarsystem
genommen werden: Sterbegeld, Empfängnisverhütung und Krankengeld bei Krankheit
eines Kindes sollen nicht mehr über Kassenbeiträge bezahlt, sondern über
Steuern finanziert werden.
Krankenkassen-Beiträge deutlich senken
Ziel ist es, den durchschnittlichen Krankenkassen-Beitrag von heute 14,4 Prozent
um drei oder gar vier Punkte zu senken. So sollen die Arbeitsplätze von Kosten
entlastet werden. Allein die Streichung von Unfällen bei Sport, im Haushalt und
Verkehr aus dem Leistungskatalog entlaste die Kassen um 10,4 Milliarden Euro,
heißt es.