Faktor schon unter Kohl-Regierung
Geplant sei, die neue Rentenformel möglichst kurzfristig in Kraft treten zu
lassen, schreibt die "Berliner Zeitung". Den einst von der
Kohl-Regierung eingeführten "demografischen Faktor" hatte die rot-grüne
Koalition zu Beginn ihrer Amtszeit abgeschafft. Der neue Faktor solle deshalb
einen anderen Namen erhalten, hieß es.
Rürup will Renteneintrittsalter erhöhen
Auch an einer weiteren Stellschraube wird möglicherweise gedreht: Der Chef der
Sozial-Reformkommission Bert Rürup schlägt vor, das gesetztliche
Renteneintrittsalter ab dem Jahr 2010 schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöhen.
Der Vorschlag träfe bei den meisten Experten der Kommissionsrunde auf
Zustimmung, berichtet das Blatt weiter.
Weniger Geld für Frührentner
Noch umstritten sei hingegen die Forderung Einzelner in der Kommission, einen früheren
Renteneintritt mit höheren Abstrichen bei den Altersbezügen zu verknüpfen.
Wer seine Rente vor dem 65. Lebensjahr beantragt, muss bislang Abschläge von
3,6 Prozent pro Jahr in Kauf nehmen. Teile der Rürup-Kommission wollen dies auf
über fünf Prozent anheben.
Schröder: Beiträge sollen bezahlbar bleiben
Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte mehrfach betont, dass sie Änderungen
im Rentensystem prüfe. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte
verlangt, dass bei der Rente nachjustiert werden müsse, damit die Beiträge
bezahlbar blieben. Sie waren Anfang des Jahres von 19,1 auf 19,5 Prozent erhöht
worden. Ungeachtet dessen stehen die Rentenkassen wegen der angespannten
wirtschaftlichen Lage weiter unter enormem finanziellen Druck. Ende März war
der Notgroschen der Rentenkasse - die so genannte Schwankungsreserve - genau auf
den gesetzlich vorgeschriebenen Wert einer halben Monatsausgabe gesunken.
Höherer Rentenbeitrag nicht ausgeschlossen
Auch schließt die Bundesanstalt für Arbeit (BfA) nicht mehr aus, dass die
Rentenbeiträge schon im nächsten Jahr erneut erhöht werden könnten, wenn
sich die wirtschaftliche Lage nicht bessert. Der Beitragssatz könnte dann von
derzeit 19,5 auf 19,9 Prozent steigen, sagte der Direktor der BfA, Klaus
Michaelis der "Berliner Zeitung". Spekulationen über Engpässe in der
Rentenversicherung wies Michaelis zurück: "Die Rentenauszahlungen sind in
jedem Fall sicher. Die gesetzliche Rentenversicherung habe genügend liquide
Mittel.