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ONLINE - 31. Mai 2004, 16:02
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Designierter Bundespräsident
Köhler empfiehlt Thatcher als Vorbild für Merkel
Der Mann ist noch nicht im Amt - und tritt schon wieder die nächste Debatte
los: In seinem neuen Buch rät der designierte Bundespräsident Horst Köhler,
eine künftige Kanzlerin Angela Merkel solle sich an der Reformpolitik von
Maggie Thatcher orientieren. Doch deren Methoden sind bis heute schwer
umstritten.
Seine Empfehlung an die Adresse einer künftigen Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sich an der "Eisernen Lady" aus Großbritannien zu orientieren,
spricht Köhler in seinem neuen Buch aus.
Die "Bild"-Zeitung zitiert in ihrer Dienstags-Ausgabe einige Passagen.
O-Ton Köhler: "Ich mische mich nicht in die Kanzler-Kandidaten-Frage der
Union ein." Das ist eine kühne Behauptung - Köhler hatte mit seinen
Bemerkungen über eine Kanzlerin Merkel vor seiner Wahl vor allem in der CSU für
Unruhe, zum Teil für Verärgerung gesorgt.
Weiter heißt es deshalb etwas zurückhaltend: "Aber ich gehe sicher nicht
zu weit, wenn ich sage: Natürlich kann eine Partei- und Fraktionsvorsitzende
auch eine gute Bundeskanzlerin werden, die Deutschland aus seiner Malaise
herausführt."
Dann kommt der Satz, auf den Köhler in den nächsten Tagen vermutlich oft
angesprochen werden wird: Merkel solle Thatcher nicht kopieren, "aber bei
der Tiefe und der Breite der Reformpolitik durchaus an ihr Maß nehmen."
Thatchers knallharte Wirtschaftspolitik war in der Union bisher nicht die
vorgegebene politische Linie. Helmut Kohl, der zur gleichen Zeit wie Thatcher in
den 80er Jahren regierte, setzte sich wirtschafts- und sozialpolitisch deutlich
von der Britin ab. Maggie Thatcher führte das Königreich zwar aus der Krise,
doch ihre Methoden waren absolut umstritten.
Vor allem in den Bergmannsstädten Ostenglands kam es damals auf der Insel zu
heftigen Arbeitskämpfen. Monatelang wurde gestreikt, Prügeleien zwischen
Polizisten und Kumpeln waren an der Tagesordnung. "Thatcherismus" war
deshalb - neben dem Sinnbild einer wirtschaflichen Radikalkur - auch immer ein
Synonym für eine bittere Sozialpolitik.