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Privatisierungliste
Vier
Milliarden Euro Erlöse möglich -
Döring eröffnet Debatte
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Von unserer
(GEA)Stuttgarter Redaktion
S t u t t g a r t. (bw) Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP)
hat im Alleingang ein Gutachten zu den Privatisierungsmöglichkeiten des
Landes in Auftrag gegeben. Erst nachdem die Ergebnisse am Donnerstag der
Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wollte er diese auch dem
Koalitionspartner CDU übergeben. Sein Vorgehen sieht er von der
Koalitionsvereinbarung gedeckt, in der festgeschrieben ist, dass Mitte
2002 über weitere Veräußerungen von Landes-beteiligungen nachgedacht
wird.
Mehr als 60
Seiten ist das Papier stark, das die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Ernst&Young in nur
vier Wochen erstellt hat. Die Landesbeteiligungen
- von Toto/Lotto bis zu den
Unikliniken, vom Flughafen Stuttgart bis zum
Blühenden Barock in Ludwigsburg werden
in drei Kategorien eingeteilt: sofort veräußerbar,
bedingt veräußerbar und vermutlich
nicht veräußerbar. Erlösen lasse sich
laut Gutachter durch Verkäufe der Beteiligungen
knapp vier Milliarden Euro.
Auf
der Liste sofort veräußerbarer Beteiligungen stehen
Rothaus‑Brauerei, Fernwärmegesellschaft, BW‑Bank, Südwestdeutsche
Salzwerke, Reederei Schwaben, Gasversorgung GVS, Schwäbische Hüttenwerke,
ekz bibliotheksservice (Reutlingen) Hohenzollerische
Landesbahn, Staatsanzeiger oder Akademie für Lehrerfortbildung.
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Als bedingt veraeußerbar werden unter anderem die von Döring für einen
Verkauf favorisierten Universitätskliniken. die Stuttgarter Messe-
und Kongreßgesellschaf t und die Beteiligung
an der Klassenlotterie eingeschätzt. Wenig Verkaufschancen räumen die
Gutachter hingegen den Beteiligungen an den Flughäfen in Stuttgart. Mannheim
und Friedrichshafen sowie an verschiedenen Museen und Instituten ein.
»Wir verstehen das Gutachten als Vorlage für eine vernünftige
Diskussion«. erklärte Döring, der zum jetzigen Zeitpunkt » bewusst
keine Zahlen nennen will Bis zur Sommerpause solle die Koalition ihr
weiteres Vorgehen festlegen.
In diesem Zusammenhang forderte er die
CDU auf, »unvoreingenommen“ vorzugehen. Er wisse, dass die Gutachter
auch Beteiligungen als veräußerbar genannt hätten, die strittig oder in
der politischen Debatte bereits abgelehnt seien. »Aber ich erwarte
dennoch. dass wir uns mit
allem befassen“ sagte Döring weiter und nannte erneut konkret das Thema
Unikliniken. Er koenne
allen, die gegen eine
Privatisierung seien, einen Blick
nach Leipzig empfehlen. Dort seien sowohl die Belange der
Mitarbeiter als auch die Bereiche Forschung und Lehre zufriedenstellend
geregelt worden.
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Privatisierung
von Landesbeteiligungen
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Der
stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Landes
Baden-Württemberg, Walter Döring, reagierte zufrieden auf die Nachricht
aus dem Finanzministerium, dass dort gründlich an der Frage der
Privatisierung von Landesbeteiligungen gearbeitet werde.
Döring: "Das Gutachten von Ernst & Young kann im
Finanzministerium mit Sicherheit gut gebraucht werden, da es aus neutraler
Sicht sämtliche Landesbeteiligungen analysiert. Tabus, von denen der
Finanzminister spricht, darf es aber nicht geben.“
Bei den Landesbeteiligungen handle es sich nach Auffassung Dörings auch
nicht um Tafelsilber, das unantastbar sei. Hier handle es sich in vielen Fällen
um Betätigungen des Staates in Marktbereichen, in denen der Staat nach
seiner Auffassung von Marktwirtschaft nichts zu suchen habe. Mit den
erzielbaren Veräußerungserlösen könne darüber hinaus ganz gezielt in
die Zukunft der kommenden Generation investiert werden. Nämlich in einen
Abbau der Verschuldung sowie in Zukunftsinvestitionen.
Döring wies noch einmal darauf hin, dass die Unternehmenswerte, die Ernst
& Young sehr konservativ geschätzt hätte, nichts mit erzielbaren
Verkaufspreisen zu tun hätten, die letztlich in konkreten Verhandlungen
erzielbar seien. Laufenden oder künftigen Bieterverfahren werde
keinesfalls vorgegriffen.
Abschließend zeigte sich der Wirtschaftsminister erfreut darüber, dass
bei dem Finanzministerium offensichtlich alle Unterlagen bereits vorlägen.
Gespannt warte er nun auf konkrete Vorschläge seines Kollegen Stratthaus.
Quelle: Wirtschaftsministerium, 25.01.2002
| Private
in den Startlöchern |
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Der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident des
Landes Baden-Württemberg, Walter Döring, hat heute in Stuttgart seine
Forderung bekräftigt, die vier Universitätskliniken und zehn
Landeskrankenhäuser in Baden-Württemberg zu privatisieren bzw. eine neue
Aufgabenteilung zwischen Land und privaten Investoren in der
Krankenhausfinanzierung einzugehen.
Döring: „Die privaten Krankenhausbetreiber Deutschlands haben großes
Interesse an einem entsprechenden Engagement in Baden-Württemberg. Daher
sollte die Privatisierung so schnell wie möglich mit einem ersten
Modellprojekt gestartet werden.“
Dies ging aus einer Anhörung hervor, an der heute auf Einladung des
Wirtschaftsministers die renommiertesten privaten Krankenhausbetreibern
Deutschlands teilnahmen (Asklepios Kliniken GmbH (Königstein-Falkenstein),
Christophsbad (Göppingen), Helios Kliniken GmbH (Fulda), Klinikum
Wahrendorff GmbH (Sehnde), MediClin AG (Frankfurt), Rhön Klinikum AG (Bad
Neustadt), Sana Kliniken GmbH (München) und Wittgensteiner Kliniken AG
(Bad Berleburg)).
In dem Gespräch mit Döring haben die privaten Krankenhausbetreiber erste
Vorschläge zur Privatisierung bzw. Teilprivatisierung der Universitätskliniken
und der Landeskrankenhäuser entwickelt. Diese reichten von der privaten
Betriebsführung bis hin zu Beteiligungen und Übernahmen. Dabei seien Veräußerungserlöse
für das Land erzielbar. Auch die laufende Investitionsfinanzierung würde
durch die Privaten gesichert, was aufgrund des anstehenden großen
Investitionsbedarfs von zentraler Bedeutung sei. Die Forschung und Lehre
bei den Universitätskliniken und der Maßregelvollzugs für Straftäter
in den Landeskrankenhäusern könnten vertraglich gewährleistet werden.
Die privaten Krankenhausbetreiber versicherten auch, dass die Rechte der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern gesichert
blieben.
Döring: „Für eine Privatisierung der Krankenhäuser spricht neben dem
ordnungspolitischen Aspekt vor allem das finanzpolitische Argument.
Angesichts der hohen Staatsverschuldung müssen dringend
Privatisierungspotenziale freigesetzt werden. Dies gilt für alle
Privatisierungsmöglichkeiten von der vollständigen materiellen
Privatisierung bis zu den Modellen der Public-Private-Partnership.
Gerade im Gesundheitswesen spielen die finanziellen Belange eine überragende
Rolle, da die Ausgaben für das Gesundheitswesen stark angestiegen
sind.“
Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Sozialprodukt in Deutschland ist von
5 % im Jahr 1960 (15 Mrd. DM) auf heute 11 % (415 Mrd. DM) gestiegen.
Davon entfällt etwa ein Drittel auf den Krankenhausbereich mit steigender
Tendenz. Der Kosten- und der Investitionsdruck auf die öffentlichen
Anbieter wird also immer größer werden. Auch die veränderten Vergütungsregelungen
für die Krankenhausfinanzierung ab dem Jahr 2003 würden den Druck auf
die öffentlichen Krankenhäuser stark erhöhen. Ab 2003 wird die
Krankenhausfinanzierung im Gegensatz zu heute unabhängig von der
Verweildauer der Patienten generell als Fallpauschalen ausgestaltet.
Döring: „Die Wirtschaftlichkeitsreserven in den Krankenhäusern müssen
konsequent ausgeschöpft werden. Die privaten Krankenhausbetreiber sind
dazu in der Lage.“
Döring kündigte an, jetzt eine politische Entscheidung der
Landesregierung herbeizuführen.
Quelle: Wirtschaftsministerium, 26.11.2001
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