Gebot für britischen Verkehrskonzern beschlossen
Der britische Konzern, der europaweit Busse und Bahnen betreibt, meldete, die Bahn wolle 775 Pence pro Arriva-Aktie bieten. Die Übernahme solle komplett über den Kapitalmarkt finanziert werden, hieß es aus informierten Kreisen. Inklusive Schulden kostet die Bahn das Unternehmen danach gut 2,7 Milliarden Euro.
Das Bieterverfahren beginnt den Angaben zufolge am Donnerstag. Möglicherweise wird die französische Staatsbahn SNCF mitbieten. Arriva beschäftigt insgesamt 44.000 Menschen. Auch in Deutschland ist der Konzern aktiv und betreibt hierzulande zahlreiche Buslinien und Regionalzüge, darunter den Allgäu-Express und die Berchtesgadener-Land-Bahn. 3500 Mitarbeiter arbeiten in Deutschland für Arriva.
Das Deutschlandgeschäft von Arriva müsste die Bahn bei einem Erwerb des Konzerns aus kartellrechtlichen Gründen wohl abgeben. Die Deutsche Bahn würde mit einem Kauf ihre Marktposition in Europa deutlich verbessern. Der Umsatz von Arriva lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.
Der Verkehrsclub Deutschland und der Grünen-Verkehrspolitiker Anton Hofreiter kritisierten die Pläne. Der Schuldenberg der Bahn von bereits 15 Milliarden Euro werde dadurch weiter erhöht, machte Hofreiter geltend. Außerdem werde die Bahn mit dem Erwerb zum größten Busbetreiber in Europa, und das sei wettbewerbsschädlich. Der ökologisch orientierte VCD forderte die Deutsche Bahn auf, sich stärker auf die heimischen Strecken zu konzentrieren, anstatt verschuldete ausländische Unternehmen zu übernehmen.
Sollte die Übernahme klappen, rückt auch das von Bahnchef Rüdiger Grube genannte Ziel einer Reduzierung der Schulden in weite Ferne. Nach der jahrelangen Einkaufstour unter Mehdorn ist die DB immer noch mit gut 15 Milliarden Euro verschuldet.
Quelle: Tagesschau.de