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Cross-Border-Leasing, Krise ohne Ausweg? Süddeutsche Zeitung 3.1.09
Zwischen 1995 und 2003 ließen sich in Deutschland weit mehr als hundert Städte und öffentliche Unternehmen auf riskante Geschäfte im Cross-Border-Leasing (CBL) ein. Sie verkauften Straßenbahnen, Klärwerke oder Abwassernetze in die Vereinigten Staaten. Von den US-Investoren bekamen sie als sofortigen Ausgleich für ihre angeblichen Steuervorteile eine Gebühr in Millionenhöhe, den sogenannten Barwertvorteil. Tatsächlich aber profitierten wohl andere – die Arrangeure, die die Geschäfte einleiteten, die beratenden Anwälte undvor allem die deutschen und die US-Banken. Letztere stellen meist die Investoren. Sie inszenierten einen 30-jährigen Kapitalkreislauf, im dem sie allein über Gebühren und Zinsen prächtig verdienen konnten. Sie mussten dazu kaum Eigenkapital in die Hand nehmen, denn den Großteil der Kaufsumme liehen sie sich von anderen Banken. Seit der Finanzkrise werden die CBLVerträge der Kommunen immer brüchiger. Oft sind meist allein die Kommunen verpflichtet, unsichere Vertragspartner auszutauschen. Das kann sehr teuer kommen. Die Bodensee- und die Landeswasserversorgung müssen zusammen 50 Millionen Euro aufwenden, um US-Staatspapiere zu kaufen und den angeschlagenen Leasingpartner AIG auszulösen. Städte wie Ulm, Konstanz oder Böblingen bringen Millionenbeträge auf, um nicht vertragsbrüchig zu werden. Oft wird so der ehemalige Barwertvorteil aufgebraucht. Zu den bekannten kommen neue Risiken. So war Ende des Jahres der angeschlagene US-Versicherer AIG nicht bereit, CBL-Verträge aufzulösen. Die betroffenen Kommunen und Verbände benötigen das Geld dringend bis Mitte Januar, um US-Anleihen zu erwerben. Andernfalls drohen Schadenersatzforderungen seitens der US-Investoren. wom |